Island

Insel der Trolle und Elfen, der Nordlichter, Geysire und Wasserfälle | Ein Reisebericht von Mona Schmidt

Island

Alles fing mit dem Wunsch an, die Nordlichter einmal mit eigenen Augen zu sehen. In den Monaten März und Oktober stehen die Chancen dafür in Island sehr gut. Ich entschied mich für den Reisemonat März – und freute mich wie ein kleines Kind darauf.

Mitte März geht es endlich los: per Direktflugvon Frankfurt nach Island. Schon bei der Ankunft begrüßt mich die Insel mit einem kräftigen, kalten Wind, weshalb die Landung alles andere als angenehm ist.

Von Flughafen werde ich nach Reykjavik gebracht, wo ich eigentlich die ersten zwei Tage verweilen will. Doch schon auf der Fahrt dorthin schmeiße ich die Planung über den Haufen. Begeistert von der Landschaft, will ich gleich am nächsten Morgen die Insel erkunden.

Gesagt, getan, buche ich meinen Mietwagen um und fahre recht früh morgens los auf den sogenannten Golden Circle, eine Straße, die in einem großen Kreis von Reykjavik ins Hinterland führt und wieder zurück.

Ich besuche Thingvellir und koste bei einem Spaziergang die einzigartige Natur des Nationalparks voll aus.

Ein Stück weiter erreiche ich das geothermale Gebiet, dessen Attraktion der Geysir Strokkur ist. Etwa alle 5-7 Minuten schießt er eine spektakuläre Fontäne aus kochendem Wasser und Dampf aus der Erde, ein wirklich beeindruckendes Bild. Auch ringsherum sieht man zahlreiche blubbernde und sprudelnde Wasserquellen.

Nach einer weiteren kurzen Fahrt gelange ich an den Wasserfall Gullfoss, was übersetzt „Goldener Wasserfall“ heißt und vermutlich mit seiner durch das Gestein hervorgerufenen Farbe zusammenhängt. Ich hatte mir vor meiner Abreise viele Bilder davon angeschaut, aber diese Naturschönheit in Echt zu sehen, ist ein überwältigender Anblick. Über zwei Stufen stürzen die Wassermassen in die Tiefe des Canyons.

Während ich dort stehe, wo das Wasser aufwirbelt und der Wind die Feuchtigkeit zu den Besuchern weht, fällt mir wieder, auf wie verdammt kalt es eigentlich ist. Aber der Anblick entschädigt mich für die Eiseskälte.

In der Nacht breche ich noch einmal auf, um die Polarlichter zu sehen. Das Tolle ist, dass alle Hotels an der Rezeption die Vorhersage der Wetterstation als Info auslegen. Aber eine Garantie ist auch die natürlich nicht. Oft las ich Berichte von Touristen, die während ihres Aufenthaltes kein einziges Mal Glück hatten. Ich drücke mir also selbst die Daumen und mache mich auf die Suche…

Mit Erfolg: Gleich beim ersten Anlauf sehe ich Polarlichter! Und an zwei weiteren Abenden sogar noch mal. Was für ein Anblick! Allerdings brauche ich definitiv eine bessere Kamera 😉

Meine nächste Etappe führt mich nach Vik, die südlichste Stadt Islands. Auf dem Weg dorthin komme ich an zwei Wasserfällen vorbei, dem Seljalandsfoss und Skógafoss. Auf letzteren freue ich mich besonders, weil ich bei der Reiseplanung so viel schöne Bilder davon gesehen habe. Am Parkplatz angekommen, laufe ich sofort zum Wasserfall vor. Schon von Weitem finde ich ihn unglaublich schön. Ich fotografiere ihn in zig Variationen und bin völlig hin und weg von den Farben und dem Regenbogen, der im Sprühnebel entsteht. Ich kann mich kaum losreißen.

Mein Tipp: Wer Lust hat, eine kleine Wanderung zu machen, sollte am Skogafoss unbedingt über die Treppen hinauf zum Hochplateau spazieren. Hier kann man die Natur Islands in völliger Einsamkeit genießen.

Schließlich muss ich aber doch weiterfahren. Vorbei an Islandpferden und an kleinen Häusern, die wie im Bilderbuch in einer idyllischen Landschaft stehen, erreiche ich Vik. Hier befindet sich der weltberühmte schwarze Sandstrand, der auch mich zu einem Spaziergang verlockt. Ich sehe bizarre Felsformationen, die der Sage nach versteinerte Trolle sein sollen, schaue in kleine Höhlen hinein und klettere über schwarzes Lavagestein, auf dem ich mir schließlich ein schönes Plätzchen suche, um den sagenhaften Sonnenuntergang zu sehen. Was für eine Kulisse!

Von Vik fahre ich zurück in mein Hotel in Reykjavik. Hier bleibe ich für zwei Tage und schaue mir tagsüber die ganzen Sehenswürdigkeiten an. Besonders beeindruckt mich der sagenhafte Bau der Hallgrímskirche, eines der Wahrzeichen Reykjaviks.

Mein Tipp: Unbedingt auf den Turm steigen, von dem aus man einen wunderbaren Blick über Reykjavik hat!

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Sonnenschiff Sólfar, welches an der nördlichen Küstenstraße steht und eine der meist fotografierten Skulpturen Reykjaviks ist. Schön finde ich aber auch das Konzerthaus, den Hafen und … Ach, einfach alles!

Zum Ende meiner Reise lasse ich in der Blauen Lagune noch einen Tag lang die Seele baumeln. Neben dem Bad im milchig-türkisblau leuchtenden Thermalwasser der Lagune, werden dem Besucher dort noch weitere Attraktionen geboten, zum Beispiel ein Wasserfall, unter dem man sich massieren lassen kann, Dampfbäder, eine Lavahöhle und eine Sauna.

Wehmütig mache ich mich am nächsten Tag auf in Richtung Heimat. Sechs Tage sind einfach viiiiel zu kurz für diese traumhafte Insel. Ich komme definitiv wieder und und werde den Norden Islands unsicher machen.